Von Oldenburg an den Rhein

Ein Beitrag zum Themengebiet Die Schiffs-Suche, geschrieben am 25. Januar 2012 von admin

Wenn man wie ich in Bayern wohnt, wo das offene Wasser fern und die g’miatlichen Bierseen nah sind, gestaltet sie sich manchmal schwer, die Suche nach dem richtigen Traumschiff. Manchmal überlege ich mir, ob ich nicht lieber ein Kanu kaufen und zufrieden auf dem Ammersee im Kreis fahren sollte, dann auf dem Starnberger See, dann auf dem Tegernsee, dann auf dem Chiemsee, dann …. Für die Muckis wäre das sicher eine glänzende Idee und vielleicht gefiele es mir sogar eine Weile. Aber was sind die Seen gegen die Flüsse und das Meer? Sie sind – irgendwie – hübsche Planschbecken.

Sturmerprobt ist dieser betagte Ostfriese, der schon fünfzig Jahre Dienst auf dem Buckel hat und aus 1. Hand(!) kommt:

Durchaus noch rüstig aber auch mit einiger Restaurierungsarbeit verbunden bietet er die solide Technik der sechziger, zwei Schlafkabinen, zwei Waschräume: Ein Schiff, auf dem man sich zerstreiten darf und die Tür zuknallen kann. Das ist viel wert! Toll: Die ganzen Konstruktionspläne existieren noch, seinerzeit wurde das Schiff in einer Werft für Berufskähne gebaut nach dem Linienriss eines kleinen Seenot-Rettungskreuzers. Sorgen macht mir der (noch) das Unterwasserschiff von innen und die 60er-Jahre Ökologie (Grauwasser – das ist diese eklige Dreckwassermischung in der Bilge wird einfach automatisch rausgepumpt, kleine und große Geschäfte dito, nix Tank), Trinkwassertank zu klein, Persennig hinüber, Deck muss neu kalfatert werden und, und… Aber alles ist ja letztlich eine Preisfrage und er ist mir nicht unsympathisch, der olle Ostrfriese.

Der nächste Kandidat lag am Rhein und war – nein, kein Reinfall, obwohl der Kalauer gut gesessen hätte. Eigentlich eine schöne Barkasse für sehr wenig Geld. Ein Hingucker:

Sie sieht ein wenig traurig aus hinter ihrer frischen Farbe, denn viel zu tun hat sie nicht. Der Besitzer hat wohl etwas die Freude an ihr verloren. Ein tolles Schiff für’s Wochenende – aber länger möchte ich damit nicht reisen. Für mich ist die Kabine zu eng, hat zu viel dunkles Holz, zu viel Nostalgie (wen es interessiert, HIER ist das Angebot und der Preis ist sehr verhandelbar )

Und dann wäre dann noch diese Dame, die ihren Mast stolz in den grauen Ostseehimmel streckt. Ein eigenwilliges Schiff, Ex-Feuerwehrboot, umgebaut und 30 Jahre vom Besitzer lieb gehabt. Ich glaube, ich sehe es mir mal an…

Es geht weiter. Irgendwann ist sie da, die Richtige, die sowohl zu meinen Vorstellungen als auch zu meinem Geldbeutel passt.

Ein eigenwillige Schiffsbesichtigung

Ein Beitrag zum Themengebiet Die Schiffs-Suche, geschrieben am 22. Juni 2011 von admin

Ich fahre nach Berlin. Dort liegt zwar nicht mein Traumschiff, aber eines, das ich dazu machen könnte. Der gleiche robuste stählerne Ex-Ossi wie die „Nordland“. Lange nicht so gut ausgebaut wie ihre luxuriöse Schwester und einen unverkennbar rauen Militärcharme versprühend steht sie da, die Dame, deren Namen ich hier nicht nennen möchte.

Von Außen braucht sie einen neuen Anstrich, unbedingt, von Innen zeigt sie sich im 80er-Jahre Design, aber sie hat Möglichkeiten und viel Platz. Technisch sieht sie fit aus – zumindest soweit ich das nach dem ersten Augenschein beurteilen kann. Es wäre noch das eine oder andere zu ergänzen, GPS, Kartenplotter und anderes neumodisches Zeug hat sie ebenfalls nicht. Aber das wäre nicht das Problem, wenn Preis und Basis-Technik stimmen.

Die beiden Besitzer sind Profis und fahren sonst eher mit den dicken Pötten über die Spree. Sie wirken zwar etwas distanziert aber seriös und nicht unsympathisch. Gefahren sind sie allerdings mit diesem Schiff kaum. Nur rund 400 Betriebsstunden ist der großvolumige Schönebecker-Diesel seit seiner Überholung vor einem guten Dutzend Jahren gelaufen. Er wird sozusagen gerade eingefahren.

Ich fühle mich an Bord wohl und sehe eher die Möglichkeiten als die Gegenwart und meine dann ganz fröhlich „Fahren wir mal ein Stück“?  Die Antwort „Nein!“ macht mich dann aber doch etwas sprachlos, immerhin bin ich von München zu dieser Besichtigung nach Berlin gekommen.

„Wieso?“

Nun kommen mehrere ungefähre Begründungen, die mich alle etwas irritieren und ich kann meine Verärgerung nicht ganz verbergen. Ich möge doch noch einmal im Juli kommen, dann sei man soweit. Ist etwas nicht in Ordnung mit dem Schiff? Stecken andere Sachen dahinter? Oder nehmen mich die Herren nicht ernst und wollen zehn Liter Diesel sparen? Komisch: Im Prinzip habe ich kein schlechtes Gefühl bei dieser MBK-13.

Ich mache dann zwar doch gute Miene, weil ich offensichtlich etwas nicht durchschaue und nicht vor der Zeit Porzellan zerschlagen möchte, bin aber in meiner Interessentenehre etwas gekränkt und mache mir an anderer Stelle Luft.

Gott sei Dank, die charmante blonde Köpenickerin vom letzten Jahr, mit der ich in Kontakt geblieben bin, wartet schon hundert Meter weiter auf mich und mein Unmut verfliegt schnell. Mein Bekannter von der Marinekameradschaft bietet wieder Hilfe an: Es gibt noch andere interessante Boote dieses Typs. Ich bin sehr gespannt, auf das was kommt. Der Rest Nachmittages verläuft durchaus heiter mit einem Rundgang.

Köpenick glänzt an diesem Wochenende wieder mit dem „Köpenicker Sommer“. Ich mag diesen mit viel Wasser umgebenen Stadtteil ganz im Osten von Berlin, weiß aber auch, dass an normalen Werktagen Grabesruhe dort eine Schläfrigkeit herrscht, der ich mich nur mit Mühe entziehen kann. Und ich wäre doch fast dorthin gezogen.

Der Sonntag ist ziemlich verregnet, ich fahre nach Friedrichshagen und gehe am Mügglesee spazieren und fühle mich mich ziemlich alleine in der großen Stadt.

Und doch: Berlin hat sich mit allem auf und ab wieder einmal gelohnt. Ich fahre nun doch zufrieden nach Bayern zurück. Mein Schiff kommt schon noch….

Zwiebelturm statt Leuchtturm

Ein Beitrag zum Themengebiet An Land, geschrieben am 3. Mai 2011 von admin

Nach dem nicht ganz unemotionalen Abschied von der „Nordland“, meinem Traumschiff, saß ich noch drei Monate in Hannover, fünfzig Meter vom Yachthafen entfernt und hatte nur noch einen Gedanken: Weg von hier, ich will heim! „Heim“ ist Bayern oder genauer gesagt die Region um den Ammersee. Ich wollte weg vom Wasser, weg aus dem Norden hin zu einem profitablen, vernünftigen Projekt.

Ich habe dann auch rasch eine schöne Wohnung gefunden, genoss die alte Heimat und die Anwesenheit der alten Freunde, das bessere Wetter, die Wirtshäuser und das Bier. Drei ganze Monate lang. Bis mir immer mehr klar wurde: Ein Zwiebelturm ist kein Leuchtturm und die Vernunft schreibt bisweilen eher Grabinschriften als Freudenbotschaften. Trotzdem blieb ich noch eine Weile tapfer und mied jedes Wasser außer dem in der Badewanne und dann ging es nicht mehr…

Zaghaft begann ich, wieder die „marinen“ Kontakte aufzunehmen, auf boot24, yachtall und ähnlichen Seiten zu recherchieren, was denn der Bootsmarkt zu bieten hat und damit bin ich auch wieder in der Gegenwart. Noch habe ich es nicht gefunden, „mein“ Schiff, dass sowohl von der Größe (groß!) als auch vom Preis (nicht so groß) passt. Aber ich habe das Gefühl, es kommt und damit auch der Mut, die Sache auf’s Neue anzugehen, so wie die „Schiffstagebücher“ nach über einem halben Jahr Pause.

An Land

Ein Beitrag zum Themengebiet An Land, geschrieben am 7. September 2010 von admin

Gut zwei Monate ist es her, dass ich mein Schiffs-Projekt erst einmal stoppen musste. Es war – wie sich inzwischen herausgestellt hat – das Vernünftigste, was ich tun konnte. Man mag über die Vernunft denken wie man will, denn bisweilen behindert sie auch jede Veränderung, aber manchmal bin ich doch froh, wenn sie zuschlägt. Immer tut sie das nicht, zum Glück.

Anfangs komme ich mir an Land deplatziert vor, ich will woanders sein, unterwegs auf Flüssen und Kanälen, an den Küsten von Nord und Ostsee, aber ich muss mich um andere Dinge kümmern: Ein neues, spannendes Projekt, eine neue Stadt, ein Umzug von Hannover nach Berlin. Ans Wasser, versteht sich und da gibt es viele Schiffe. Auch MBK’s wie die „Nordland“, die ich wohl davon schwimmen lassen musste. Ich hoffe, es geht ihr gut, der eisernen Lady. ich bin sicher, wir sehen uns wieder.

Die Schiffssuche 2 – Die Vernunft schlägt zu

Ein Beitrag zum Themengebiet Die Schiffs-Suche, geschrieben am 29. Juni 2010 von admin

Letzten Donnerstag um drei Uhr wachte ich auf, um meinen Kopf kreisten Schiffe und Onkel Dagobert – die reichste und geizigste Ente der Welt – droht mir mit seinem Stock, während auf seinem Zylinder das Wort VERNUNFT in roten Lettern wütend aufblitzt. Vielleicht hat er recht: Ich renne in ein pekuniäres Unheil, Raten, Hafengebühren, Diesel, Wartung, Versicherung….schrecklich!

Winsor McCay zeichnete in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Comicserie „Little Nemo in Slumberland“, wobei es darum ging, dass Nemo jede Nacht im Schlummerland zu Gast ist, um Spielgefährte der Prinzessin zu werden und dabei die unwahrscheinlichsten Abenteuer erlebt.

Allerdings taucht immer Flip auf, ein halbkrimineller Bengel mit Zigarre und Zylinder, auf dem „WAKE UP“ steht, was Nemo dann jeweils aufwachen und aus dem heimischen Bett fallen lässt… Heute also hat mich Flip als Dagobert besucht. Eine literarisch interessante Mischung…

Und dann ein zwei Tage später: Ja! Ja! Ich mache das! Auch finanzielle Hürden lassen sich letztlich nehmen. Ich bin wild entschlossen und sehe mich an Bord meiner „Nordland“. Es kann gar nicht anders sein. Ich telefoniere mit dem Besitzer, freue mich, stelle mir meine Reisen vor, mein Arbeiten an Bord, meine Freunde an Bord, mein Leben an Bord.

Und wieder einige Tage danach – am Montag Nachmittag – erfahre ich, dass ein Projekt an dem ich mitarbeite, bei weitem nicht mehr so sicher ist, wie ich hoffte. Zunächst nehme ich das relativ gelassen auf, denn es heißt ja nicht plötzliche Geldnot, es heißt nur: Vorsicht mit langfristigen Investitionen. Und das heißt – alles andere als „nur“ – ich sage dem jetzigen Besitzer der Nordland ab und fühle mich … was soll’s, dies ist das einzig passende Wort … einfach Scheiße dabei. Aber es muss sein, ich kann nicht erwarten, dass er den Verkauf hinauszögert, bis ich finanzielle Klarheit habe. Also: Maschinen stopp für den Augenblick.

Was nun? Keine Ahnung, erst einmal alles auf Normalbetrieb und weitermachen mit der Arbeit an Land. Vielleicht wartet in Kürze ein anderes, noch geeigneteres Schiff auf mich, obwohl: Die „Nordland“ ist optimal aus meiner heutigen Sicht. Vielleicht ist sie aber noch da, wenn ich wieder an Deck bin und vielleicht ist diese Verzögerung für etwas gut, dass ich im Moment noch nicht sehe, für das ich in Kürze aber sehr dankbar bin.

Den Besitzer der „Bintang“ rufe ich noch einmal an, weil mich interessierte, ob er seinen schönen Hollandkreuzer noch hat. Nein, er ist verkauft in die Schweiz. Ich gratuliere ihm und bin sicher, dass der neue Eigner mit diesem soliden Schiff viel Freude haben wird … und ich bin ein bisschen traurig, dass auch er nicht mehr da, dieser vertrauenswürdige Wassertraktor, den ich fast auf Anhieb genommen hätte.

Die Suche wird weitergehen und – gute alte Zarah Leander und alle die sich schon auf des Mitfahren gefreut haben: „Ein Schiff wird kommen….“

Ganz sicher. Diese Herausforderung nehme ich an.

Die Schiffssuche 1

Ein Beitrag zum Themengebiet Die Schiffs-Suche, geschrieben am 20. Juni 2010 von admin

 

Ich gebe zu: Ich war blog-faul. Eigentlich hätte ich schon vor zwei Wochen ein neues Thema beginnen müssen: Die Suche nach dem eigenen Boot. Da es aber nun nicht geschehen ist, hole ich meine Erlebnisse in einem Beitrag nach….

Nun gehe ich es an. Es ist Zeit für ein Boot, nein: Ein Schiff. Wie lange habe ich schon recherchiert auf boot24.de, yachtall.com bei Bootsmaklern und Händlern. Plötzlich, nachdem mein Entschluss fest steht, kommen die interessanten Angebote.

Die erste Besichtigung

„Bintang“ heißt die Kandidatin, „Stern“ auf indonesisch. Ein gestandenes holländisches Stahlboot in der Zwölfmeter-Klasse. Erstaunlich viel Platz bietet es, zwei Tische, vier – notfalls sechs – Kojen. Große Fenster lassen jede Menge Licht herein. Unter Deck werkeln zwei unzerstörbare Dieselmotoren, jeder mit dem Hubraum fünf bayerischer Oktoberfestbiergläser. Kraft im Überfluss, die auf die zwei Propeller einwirkt. Ein zuverlässiger, starker Fluss- und Küstentraktor, nicht ganz leise, nicht ganz sparsam aber noch im grünen Bereich. Warmwasser, eine moderne Heizung und ein bisschen Marineelektronik muss noch nachgerüstet werden aber sonst ist das Schiff in Topzustand. Jeder Schraube merkt man an, wie sehr dieses Boot geliebt und gepflegt worden ist.

Die Bintang, die eine gute Freundin werden könnte

Der Salon mit Steuerstand

Der Salon mit Steuerstand

Fahren lässt es sich mit einem wie zwei Motoren und läuft wie eine Eins. So einen präzisen Geradeauslauf habe ich noch nie gesehen. Toll!

Dann sitze ich am großen Tisch im „Salon“ und möchte am liebsten dort bleiben, so wohl fühle ich mich. Auch mit dem Eigner komme ich bestens klar. Ich finde es wichtig, dass der Vorbesitzer ein mir sympathischer Mensch ist. Die Ausstrahlung des Bootes hat sehr viel mit denen zu tun, die lange darauf gefahren sind. Mehr noch als Autos werden Schiffe immer auch Teil des Eigners.

Wenn es kein anderes Boot auf meiner Liste gäbe, ich würde sofort zusagen. Nur der Verbrauch der beiden DAF-Diesel stört mich noch etwas. Aber da sind noch zwei andere…

Die zweite Besichtigung

Ein riesiges Ding liegt am Ende des Anlegers. Fünfzehn Meter lang, über vier Meter breit und knapp vier Meter hoch ragt dieser Schlachtkreuzer aus NVA-Beständen vor mir auf. Gütiger Himmel, das ist zwei Nummern zu groß. Im Inneren steckt ein Haufen alte und neue Technik, es gibt einen regelrechten Maschinenraum mit einem gewaltigen DDR-Dieselmotor mit einem Hubraum der für sechs Mittelklasse-PKW’s ausreicht, aber nur 150 PS hat sowie einem Haufen Aggregate und Leitungen. Ich habe das Gefühl, dass mir dieses Monsterboot über den Kopf wächst, nein nicht nur das: Ich bekomme regelrecht Angst davor und will weg von dieser Höllenmaschine.

Nein, das ist zu groß, bloß nicht....

Nein, das ist zu groß, bloß nicht....

Aber zugegeben: Es ist tiptop gepflegt und ziemlich eindrucksvoll. Auch der Eigner wirkt seriös und es gibt sogar Kaffee und Kuchen an Bord. Aber was soll’s. Übermorgen geht es zu meinem Traumschiff und ich habe das sichere Gefühl, das wird es sein. Sogar nachts sehe ich den ehemaligen Segelkutter vor mir, der wie neu blitzt und blinkt und mit dem ich über Meere und Flüsse kreuze und die Wasserwelt entdecke: Mein Schiff und ich!

Die dritte Besichtigung

Am Morgen dieses Tages, auf den ich mich so gefreut habe, liegt mir eine seltsame Schwermut auf der Seele, als ich zu meiner geliebten Nordsee und dem Traumschiff aufbreche. Es ist, als würde ich gegen einen Widerstand anfahren. Ich schwöre, sogar mein Auto merkt das und braucht glatt einen Liter mehr Diesel als sonst.

Als ich in der kleinen Marina in Oldersum ankomme, sehe ich mein Schiff sofort. In der Tat, es sieht aus wie neu. Aber groß ist es nicht gerade. Nun ja, vielleicht ist es ja ein Platzwunder und wirkt innen viel geräumiger als außen.

In dem Moment, in dem ich den Innenraum betrete, sehe ich: Das wird nie meines werden. Es ist eine Puppenstube. Gepflegt, durchaus liebenswert, aber auch eng und zu dunkel durch die Bullaugen, die sich auf den Fotos so hübsch machten. Eigentlich könnte ich sofort wieder gehen. Ich bleibe aber trotzdem, lasse mir alle Details zeigen- auch den niedlichen Motor – und fahre ein Stück. Gut, der Kanal ist ziemlich verschlickt, aber trotzdem gelingt es mir nicht, auch nur annähernd gerade aus zu fahren. Wir passen nicht zusammen. Nein, nein, nein!

Die schöne kleine Godewind

Die schöne kleine Godewind

Ich will die Besitzer nicht hinhalten und sage Ihnen, das sie zwar ein sehr schönes Schiff haben, aber dass es nicht meines werden wird. Wir sind alle drei enttäuscht und ich etwas deprimiert. Die Besitzer, weil sie sonst anscheinend keine Interessenten hatten und ich, weil mein Traum zerplatzt ist.

Dazu passt ein lieblos mäßiges Mittagessen in Emden, das auch nicht gerade in Schönheit glänzt (verzeiht mir Emdener).

Ich fahre Richtung Hannover gehe in mich und denke und spüre nach, was ich wirklich will.

Die vierte Besichtigung

Was ich dann tue, noch von der Strecke aus, will ich selbst nicht glauben: Ich rufe den Besitzer des NVA-Kreuzers an, denn ganz vergessen konnte ich den Riesenkahn nicht. Wir vereinbaren für den nächsten Tag noch einmal eine gründliche Besichtigung:

Es ist immer noch ein gewaltiges Ding und ragt hoch und breit und lang über alle anderen Boote im Hafen. Ich beginne, es zu erkunden. Groß ist es in der Tat, aber auch wunderbar geräumig, solide und komfortabel. Die vielen Leitungen und Aggregate beginnen sich vor meinem inneren Auge zu ordnen und verlieren ihren Schrecken, der Zustand ist blendend, man sieht, dass hier ein Technikprofi am Werk war.

Der Riesendiesel springt sofort an und brummelt zunächst mit einem blauen Wölkchen vor sich hin, wird aber dann so leise, dass ich nur nur ein angenehmes Brummen höre. Nichts vibriert, nichts klappert. Wir legen ab, schieben uns vorsichtig unter der Brücke der engen Hafeneinfahrt durch und fahren. Der schmale Seitenkanal mit stählernen Spundwänden sorgt für gehörige Verwirbelungen und es ist für mich nicht so einfach, Kurs zu halten. Bei seinem Eigentümer läuft die Nordland aber wie ein braves Pferd gerade aus. Von diesem Schiff geht eine große Ruhe und Kraft aus. Ich fühle mich hinter dem Rad wie ein König. Die Steuerung ist leicht und präzise. Das haben sie gut gemacht, die Ingenieure der Marinewerft in Wismar.

Doch nicht zu groß?

Doch nicht zu groß?

Der untere Steuerstand

Der untere Steuerstand

Der obere Steuerstand liegt noch ein wenig höher, als viele Steuerhäuser der Berufsschiffer. Man grüßt sich freundlich. Der Kanal ist eng und drei Meter Abstand müssen reichen und sie reichen. Die Nordland zieht jeweil leicht ins Schraubenwasser des entgegenkommenden Schiffs, aber rechtzeitiges, minimales Gegenruder lässt sie gelassen durch das Wasser ziehen. Als alles frei von Gegenverkehr und Anglern ist, lege ich kurz den Fahrthebel nach vorne. Sofort nimmt sie Geschwindigkeit auf und produziert eine gewaltige Heckwelle, die über die Spundwände leckt. Nach ein paar Sekunden, gehe ich wieder auf Normalfahrt und bin beeindruckt.

Wie im Fluge sind eineinhalb Stunden vorbei als wir in die Hafeneinfahrt einbiegen und ich ahne, dass ich mein Schiff gefunden habe, oder viel mehr, dass es mich gefunden hat. Als wir die Brücke passieren, gibt es einen lauten Knall gefolgt von einem Kraftausdruck im Chor. Das erste und einzige Mal seit er in diesem Hafen liegt, hat der Eigner vergessen, den Mast umzulegen. Auch ich habe keinen Gedanken an die Viermeterdreißig verschwendet. Als wir angelegt haben, baumelt fröhlich das Toplicht vom Mast. Nichts Schlimmes ist passiert, nur drei Schrauben müssen ersetzt werden.

Es ist mein Schiff – wenn ich mutig oder wahnsinnig genug bin. Ich sage – vorbehaltlich der Finanzierung – dem Besitzer zu. Habe ich jetzt einen gewaltigen Fehler gemacht, der mich teuer zu stehen kommen wird oder bin ich dabei, meinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben?

Grübeln und Recherchieren

Das ist ist nicht wenig Geld, für das ich mich verpflichten will. Und was ist mit den Folgekosten? Angeblich verbraucht die Nordland – der Name gefällt mir ausnehmend gut – zwischen fünf und neun Liter pro Stunde und so gut wie kein Öl, alle Ersatzteile sind vorhanden und sehr günstig, alles soll überraschend bezahlbar sein.

Ich bin geneigt, das zu glauben, möchte es aber noch von anderer Seite hören. Die Marinekameradschaft Köpenick hat sich der Betreuung dieses Bootstyps verschrieben, ich rufe den Vorsitzenden auf dem Handy an. Er ist gerade unterwegs, es passt trotzdem und er bestätigt alles, kennt die Nordland und bescheinigt ihr beste Pflege. Außerdem sei in ein paar Tagen Hafenfest, da gäbe es noch Boote vom Typ MBK 13 zu sehen. „Wenn Se sich det Wochenende versauen wollen, kommen Se doch vorbei..“ berlinert er.

Mal sehen. Hafenfest. Köpenick. Eher nicht. Vielleicht an einem anderen Tag.

In den nächsten Tagen melden sich Bedenken und Bedenkenträger. Ich werde vor dem Boot gewarnt, es sei unendlich viel Arbeit daran zu tun, Zeit die ich nicht hätte. Im Leben würde es nicht so wenig verbrauchen, ich solle bloß die Finger davon lassen. Ich danke für die Warnung und widerspreche in einigen Punkten. Nicht gut, ich rede mit einem erfahren Skipper, der von Schiffen unendlich mehr versteht als ich. Vielleicht nicht von diesem speziellen, aber fachlich ist er mir ansonsten weit überlegen.

Hafenfest

Am Morgen des 18. Juni beschließe um sechs Uhr, doch zum Hafenfest zu fahren und sitze eineinhalb Stunden später im Auto. Mein Handy-Gesprächspartner steht gleich im Eingang zum Hafen. Was dann passiert, ist für mich unerwartet und erstaunlich: Ich werde empfangen, wie ein alter Freund, der gerade aus Amerika nach Hause gekommen ist. Viele nehmen sich Zeit für meine Fragen und ich staune über die Qualität des Netzwerkes, dass dieser Verein aufgebaut hat. Die Hilfsbereitschaft, die mir von diesen wohl größtenteils ostdeutschen Seefahrern entgegen gebracht wird, ist für mich als Nichtberliner und etwas unterkühltem Wessi vollkommen verblüffend. Alle meine Fragen werden ausführlichst beantwortet und meine Bedenken zerstreuen sich mehr und mehr. Ich bin mehr als dankbar für diese Hilfe und weiß nun, dass ich mich mit der Entscheidung für dieses Schiff auch zutiefst vernünftig verhalte und ein wirtschaftliches und zuverlässiges Fahrzeug erwerbe.

Ich werde dann noch mit einer frechen, blonden Köpenickerin zwecks Stadtführung verkuppelt und in der Tat: Nicht nur ihre Führung ist vom Feinsten, sondern auch die Gespräche mit ihr, die in vieler Hinsicht eine völlig andere Weltanschauung hat als ich, sind die Zeit wert, die wir miteinander verbringen.

Es ist weit nach Mitternacht, als ich wieder im heimatlichen Hannover „einlaufe“, todmüde aber glücklich, dass ich diese Fahrt unternommen habe.

Der Tag danach

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 1. Mai 2010 von admin

Mit leisem Entsetzen sehe ich die Unzahl an Tippfehlern in diesem Blog. Ich war wohl zu müde und zudem funktionierte das Korrekturprogramm auf dem Netbook nicht. Nun, das lässt sich alles korrigieren.

Alle Muskeln schmerzen leicht, den ganzen Vormittag legt sich mein Schreibtisch mit den Monitoren immer etwas nach Backbord und auch ein ganz leichtes Stampfen merke ich noch.

Und über dem allen spüre ich einen großen Wunsch: Ein eigenes Boot, das groß genug ist um viel Zeit auf dem Wasser zu verbringen und auch andere Menschen mitzunehmen, denen das Wasser so gut tut, wie mir….

P.S.: Einige technische Anmerkung zu dem, was man zu einem Segeltörn mitbringen sollte (ggf. in Absprache mit den anderen Crewmitgliedern) habe ich unter Anfänger-Tippsammlung zusammen gestellt

Der 7. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 30. April 2010 von admin

Die Nacht: Heute starten wir unseren Tag nicht um sechs, sondern erst um sieben. Ab 9:00 h ist Prüfung. Trotzdem wache ich um sechs auf, Gewohnheit eben. Die Nacht selbst verläuft ruhig und ereignislos. Gut geschlafen habe ich aber trotzdem nicht. Nicht weil ich Angst vor der Prüfung habe, sondern weil ich mich fühle, wie Rindvieh, das heute ein bisschen geschlachtete wird. Nicht zum ersten mal sage ich mir: an diesem SKS-Schein hängt nichts, aber noch einmal bestätigt zu bekommen, dass ich nichts, absolut nichts kapiert habe, ist eine andere Sache. Muss aber sein. Vorher aussteigen wäre in diesem Fall nicht fair den anderen gegenüber. Nun gut, einatmen, ausatmen und durch!

Die Fahrt: Gegen zehn übernehmen wir den Prüfer von unserem anderen Schiff, ein großer ruhiger grauhaariger Mann, der es ziemlich gut mit uns meint. Im Grunde hält er auf entspannte und freundliche Art noch eine sehr gute Unterrichtsstunde. Ich für meinen Teil verwechsele fast wieder Halse und Wende, rausche an der „Mann über Bord Boje“ mit geblähten Segeln vorbei… nochmal…fast erwischt und nochmal wegen der ziemlich widrigen Windverhältnisse, denn es bläst ganz ordentlich. Ich fahre schlecht, aber unser Prüfer sieht, dass ich das weiß und offensichtlich ein verantwortungsbewusster Mensch bin und genehmigt den letzten Versuch. Knoten gehen einigermaßen gut, Theoretische Fragen – wie ich das kenne – kein Problem.

Und dann haben wir den praktischen Teil alle bestanden, ich freue mich mehr für die anderen als für mich, denn ich bin mit mir nun doch etwas unzufrieden. So egal war mir die Prüfung anscheinend doch nicht. Aber vielleicht sollte ich diesem übermüdeten Typen der ich bin, etwas mehr Gnade walten lassen. Ich tue das dann auch allmählich und verspreche mir selbst, ein ziemlich guter Skipper zu werden, in dem ich all das intensiv übe, was mir noch fehlt.

Ach so, ich wollte eigentlich nicht mehr segeln. Einmal und nie wieder…oder doch noch? Ich glaube, dass mir jetzt die Augen ein wenig feucht werden, heißt weitermachen….

Da sind wir nun am Ende unserer Fahrt. Ich fahre mit Dietmar, dem Hubschraubertechniker, Richtung Heimat und steige in Celle in mein Auto. Ich will mit dem Ding tatsächlich ABLEGEN! Und warum folgt mein Fahrzeug nicht dem Atem des Meeres?

Richtig, ich fahre auf der Bundesstraße..

Tschüß und bis bald ihr Meere und Flüsse und … bis bald Wind, ich denke, wir werden doch noch Freunde. Und bis bald Crew, Lutz der geduldige Skipper, Rudi und Gudrun und Dietmar. Wir waren ein tolles Team, in dem jeder das Seine einbringen durfte und bleiben durfte, was und wer er ist.

P.S.: Hatte ich erwähnt, dass ich offensichtlich zu 100% seefest bin? Bei allem Rollen, Stampfen und Kränken und was es sonst noch an Schiffsbewegungen gibt: Mir ist nicht einmal übel geworden. Egal wo, egal wann, es ist mir nicht gelungen, obwohl ich es einige Male sogar versucht habe, dies zu provozieren. Und so kann ich nicht nur ein wenig stolz darauf sein, nicht aufgegeben zu haben, sondern sogar auf etwas „nicht gelungenes“….

Der 6. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 30. April 2010 von admin

Die Nacht: Nach dem wir recht gut im Hafenrestaurant gegessen hatten, schön komfortabel im Warmen saßen, versprach ich mir eine ruhige und erholsame Nacht.

Pustekuschen!

Ich – nicht nur ich – alle, die wir essen waren schlafen schlecht und wachen entsprechend unausgeruht auf. Nein es lag nicht am Alkohol, den handhaben wir eher wie fördernde Mitglieder der Heilsarmee. Heißt: Fast keinen. Es muss etwas im Rhabarberkompott gewesen sein, vielleicht Spuren seltener psychoaktiver Küstenpilze, was auch immer…

Die Fahrt: Heute sind nur Übungen angesagt. Aber es wird immer schwieriger für mich, konzentriert zu bleiben. Nicht nur die letzten fünf kurzen Nächte in einer ungewohnten und manchmal lauten Umgebung, auch die ständige Wiederholung der gleichen Manöver, die für die Prüfung gebraucht werden, bewirkt bei mir letztlich das Gegenteil. Ich habe das Gefühl, ohne jegliche Orientierung zu sein, Backbord wird zu Steuerbord, Lee wird Luv und zuletzt würde ich mich nicht mehr wundern, wenn ich statt „fertig zur Wende“ rufe: „Tanks anblasen, Tiefenruder fünf Grad, auf Sehrohrtiefe gehen!“

Das klingt lustig, ist es aber nicht. Schließlich nehme ich einfach die Hände vom Rad und bin bereit aufzugeben. Aber NICHT MIT MEINEN MITFAHRERN! Es gibt einen freundlichen Verweis von Lutz, das es GARNICHT geht, die Hände vom Ruder zu nehmen, „Wir helfen dir, Du schaffst das!“ von den anderen.

Also weiter.

Irgendwann ist mein Ehrgeiz wieder geweckt und es geht wieder. Keine Ahnung, ob es morgen auch noch funktioniert. Gleiches gilt für An- und Ablegen. Es ist damit ein bisschen so, als würde ich meine LKW-Fahrprüfung ablegen und hätte vorher einmal(!) mit dem 14-Tonner eingeparkt …

Ich kann also nur hoffen, dass unter meinen diesseitigen Prüfern gütige Seelen oder unter den jenseitigen Helfern ein guter Segler ist.

Am Abend ist mein Kopf leer. Immerhin finde ich noch ein offenes Büro einer netten Firma am Hafen, die mir einen Internetzugang ermöglichen. Mein UMTS-Stick hat seine PIN vergessen und ich habe sie nicht dabei. Also kein Internet an Bord.

Wir essen wieder auf dem Schiff, diesmal einen gehörigen Berg Pfannkuchen. und ich denke darüber nach, was für mich das Fazit diese letzten Tages ist.

1. Dies waren unabhängig von der morgigen Prüfung, sechs erlebnis- und lehrreiche Tage, von denen ich keine müde oder wache Minute missen möchte. Auch keine, in der ich meine Anwesenheit auf diesen Schiff verflucht habe.

2. Prüfungen sind Schall und Rauch

3. Nicht die Hände vom Ruder nehmen. Nie! Es sei denn, der Autopilot fährt…

Guten Morgen, Heiligenhafen!

Zwei an einem Steuerrad, ob das gut geht?

Laufendes Gut, stehendes Gut, zu entwirrendes Gut

Der 5. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 29. April 2010 von admin

Die Nacht: Heute beginnt sie früh, gegen halb zehn liegen alle in den Kojen. Nicht nur, weil wir so müde sind, sondern weil wir um vier Uhr morgens starten wollen. Ich lese noch ein paar Minuten und bin weg, schlafe ruhig und gut bis drei Uhr und dann ist ja auch schon bald Zeit zum Aufstehen. Ein schneller Kaffee und es geht los.

Die Fahrt: Als wir pünktlich kurz nach vier die Hafeneinfahrt verlassen, hat der östliche Himmel gerade einen leichten, kaum erkennbaren Gutenmorgenton angenommen, aber es ist noch Nacht. Wir tasten uns vorsichtig mit der Handlampe an den teils unbeleuchteten Fahrwassermarkierungen aus den Untiefen vor der Hafeneinfahrt und nehmen mit Motor Fahrt Richtung Heiligenhafen auf.

An dieser Stelle sei dem Erfinder des Autopiloten gedankt, der uns das stundenlange Stehen im kalten Wind erspart, das mag zwar unseemännisch erscheinen, aber ich bin überzeugt, selbst Starbuck, Kapitän Ahabs erster Maat auf dem Walfänger Pequod, hätte sich eines gepfiffen und wäre ins Warme gegangen, wenn er so ein Ding gehabt hätte.

Wir fahren den ganzen Tag durch bis gegen 16:00 Uhr, zwölf Stunden am Stück teils mit Motor, teils unter Segel. Eine lange, sehr erholsame Strecke. Bis auf den Ausguck dämmern alle vor sich hin, der schon zitierte Roboterrudergast fährt. Bevor wir Heiligenhafen erreichen, üben wir noch zwei Stunden Manöver und legen dann zum Abendessen – ausnahmsweise nicht auf dem Schiff – im Yachthafen an. Alle sind müde, aber auch zufrieden. Die lange Fahrt hat gut getan. Die Minidelfine der Ostsee – die Schweinswale – folgen uns mit lebensfroher Neugier. Als wir „Boje-über-Bord“ Manöver fahren, freun sich die Jungs über die Abwechslung und spielen mit den weißen Fendern, die wir als zu „rettende“ Boje verwenden. Die Ostsee variiert von leichter Lebhaftigkeit bis Dorfteich.

Mir tut vor allem die scheinbare Langeweile der langen Strecke gut, ich kann meinen Gedanken nachhängen und gelegentlich einschlafen. Und ich kann mich wundern, wie sehr ich mich an das Leben auf dem engen Boot, dem ich erst wenig abgewinnen konnte, gewöhnt habe. Es ist inzwischen eine Heimat geworden, deren Nachteile zugunsten der Vorteile immer kleiner werden.

Dieser Tag hatte eine Leichtigkeit, die ich bisher vermisst habe. Und auch das ist gut: Zu sehen, was mir gefehlt hat, ist gleichzeitig zu sehen was ich brauche, aber auch, dass dies nur im Rahmen des Habens und Nichthabens existieren kann und nicht in selbsverstädlicher Erwartung.

Schon wieder ein guter Tag….

Verschlafe den Morgen teilweise

Offenes Meer

Schweinswale begleiten uns

Der 4. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 28. April 2010 von admin

Die Nacht: Keine Ahnung. Ein paar mal aufgewacht, wegen des blühenden Smoerrebrødbaumes(?) so laut genießt, dass das ganze Boot wach wurde. Aufgestanden und immer noch müde, wie ein besoffener Zimmermann. Mir geht der Humor aus.

Die Fahrt: Rauheres aber durchaus schönes Wetter. Aber kalt ist es auf dem Wasser! Meine Kleidung über der Unterwäsche: Skiunterhose, darüber Thermohose, darüber isolierte Seglerhose, warmes Polohemd, darüber Seemannspullover, darüber Segelweste, darüber winddichte Jacke und natürlich: Mütze. Mit dieser Schichtung überlebt man wahrscheinlich auch einen Störfall eines russischen Atomreaktors. Und das Fatale: Es ist trotzdem KALT.

Wir üben Mann-Über-Bord-Manöver unter Segel. Im Ernstfall würde wohl jeder den Motor benutzen, aber können sollte man es auch ohne. Inzwischen bin ich aber so erschöpft von drei zu kurzen Nächten und drei verdammt langen Tagen, dass ich gar nichts mehr mit bekomme.

Ich weiß nicht mehr, welche Leine wofür ist, halse statt wende, kann keine Knoten und keine Navigation mehr und merke, wie alles mir zu viel wird. Ich werde kaum ein begeisterter Segler werden, interessiere mich aber für die Techniken, die man generell für küstennahe Gewässer braucht, aber hier geht es fast ausschließlich ums Segeln. Ehrlich gesagt, wenn ich das gewusst hätte, wäre ich nicht mitgefahren…

Aber hier erst mal alles, was ich gut finde:

Das was ich trotzdem über das Meer lerne, über Wellen und Wind.
Die Gemeinschaft mit den anderen.
Anscheinende „Geht nicht!“ persönlicher Art zu überwinden.
Die Erfahrung im Ganzen.
Unsern geduldigen Ausbilder (der aber heute auch etwas gefrustet und erschöpft wirkt)
Die schönen dänischen Städte und Dörfer

Was mich stört:

Vor allem, dass hier von fünf Crewmitgliedern drei völlig unerfahren im Segeln sind. Ich finde, so ein Kurs ist eher etwas für Leute, die schon Erfahrung haben, ihr Wissen vertiefen wollen und den SKS machen wollen, den man letztlich nur für die Vercharterer braucht. Amtlich ist dieser Schein nicht, aber immerhin der Beweis, dass man sich ernsthaft mit der Materie befasst hat

Mich stört der Stress, der entsteht, wenn unbedingt ein bestimmtes Pensum in einer begrenzten Zeit absolviert werden muss.Wir sind alle ziemlich fertig.

Insgesamt: Der Leiter der Schule – ein begeisterter Segler – hätte uns besser informieren und besser keine Segelanfänger mitnehmen sollen, denn eigentlich ist das Stoff für zwei kompakte Wochen – trotzdem hat es einen Lerneffekt, keine Frage.

Als er aber noch die kommende Nacht durchsegeln will – wir fahren mit zwei Booten, er auf dem anderen – um am nächsten Tag in Heiligenhafen zu sein, meutern wir. Ich sehe ihn schon vor meinem geistigen Auge mit sauberen Seglerknoten an den Großmast gefesselt, wenn er stur bleibt. Bleibt er aber nicht. Unser Boot fährt erst um vier Uhr früh los. Die anderen sind brav, tun was ihnen gesagt wird und starten um Mitternacht…

Trotzdem liegt auch in diesem Trip ein Segen, nein es liegen sogar einige darin, denn ich weiß jetzt noch genauer:

Ich liebe das Wasser – aber auf meine, eher komfortable Reiseweise, die mehr auf entdecken und begegnen als auf Sport ausgerichtet ist. Wenn ich sportlich sein will, fahre ich lieber Fahrrad oder Kanadier.

Die SKS Prüfung ist mir egal, ich brauche sie nicht. Wenn ich durchfalle oder vorher aussteige: Kein Problem. Das unterscheidet sie von den vorherigen, an denen mein Herz hing.

Die Gemeinschaft von Menschen, mit denen ich mich gut verstehe, ist mir wichtiger als ich dachte. Da drei von uns einer evangelischen Freikirche angehören, wird vor dem Essen ein kurzes Gebet gesprochen, nicht zwangsweise, sondern weil wir „Nichtkirchlichen“ gerne damit einverstanden waren.. Obwohl ich mit kirchlichen Dingen nichts zu tun habe, berührt mich dies jedes mal. Dies sind Erlebnisse, die mich im spirituellen Teil meines Seins – welcher ist dies letztlich nicht? – fragen lassen, was Erkenntnis wert ist, die sich nicht mit anderen teilen und tragen lässt.

Nun, das war ein ernsthafter Tag, aber auf seine Weise schon wieder ein guter, nicht wahr?

Mond über Langeland

Morgenkaffe in Dänemark

Der 3. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 26. April 2010 von admin
Die Nacht: Beim Gedanken an plätschernde Wellen verklärt sich der Blick des maritimen Romantikers. Sanft gewiegt vom Rauschen des Windes und in den Schlaf gesungen vom Plätschern der Wellen, eingekuschelt in die gemütliche Koje….Scheiße, Mann! Wir schalten um auf Realität: Todmüde begebe ich mich in meine enge, kleine Kabine. Jeder amerikanische Luxussarg ist geräumiger. Es stinkt erbärmlich nach den Abgasen der Standheizung, Fenster öffnen hilft nicht. Okay, überleben wir.

Die Wellen schlagen so laut gegen den Kunststoffrumpf der Bavaria 38, dass ich bei Unterhaltungen die Stimme leicht heben würde, um dieses Aqua-Percussion-Solo zu übertönen. Einzelne Böen lassen die Takelage und damit das ganze Boot vibrieren.. Wer soll dabei schlafen? Ich nicht. Überleben wir aber auch.

So hörte sich das an: geplaetscher.mp3

Nur wie? Nach einer halben Stunde stopfe ich mir gezwirbelte Tempos in die Ohren. Ein akustik-technischer Fehlschlag. Dämpfung etwa 1 Dezibel. Also wieder raus. Atmen, den Krach einatmen und der Verzweiflung einen Fluchtweg aber keinen Raum lassen. Zudem hat mich der Heuschnupfen wieder erwischt, in Dänemark blüht wahrscheinlich der Smoerrebroedbaum.. Trotzdem: Weg bin ich. Wache ein paar mal auf, schlafe aber im Großen und Ganzen tatsächlich trotz Radau. Bin zwar müde und auch der Warmduscher-Club hat mir fristlos die Mitgliedschaft gekündigt…. Geduscht habe ich übrigens nicht, der Weg zu den Hafenbduschen war mir zu weit. Nur für das große Geschäft gehe ich hin…ja Entschuldigung, das ist auch noch ein Kapitel: Auf dem Segelboot auf’s Klo gehen.

Wer empfindlich ist, überspringt jetzt das Kapitel.

Klo gehen geht so:

1. Fädele dich in den Kloschrank ein, wenn Du nicht zu fett dafür bist.
2. Erinnere Dich an die Yogastunden bei Marion Ananda Müller, das hilft beim Hose runterziehen.
3. Setze Dich auf die etwa halb so große Schüssel, verglichen mit einem Normal-WC.
4. Drück etwas.
5. Gut. Nicht zu viel. Schwarzer Hebel nach rechts, pumpen, schwarzer Hebel nach links, nochmal pumpen zum Absaugen. Die Fische wollen was sehen.
6. Wiederhole das, bis Du fertig bist.
7. Beim Abwischen wiederhole diesen Vorgang alle drei Blatt.
8. Erinnere Dich wieder an die Yogastunden bei Marion Ananda, das hilft. Zieh die Hose wieder hoch.
9. Fertig, Du kannst Dich aus dem Kloschrank fädeln und stolz sein.
10. Solltest Du nicht im Hafen sondern auf Fahrt Deinem Bedürfnis gefolgt sein, bedenke, dass Dich die Bewegungen des Schiffes hin und her werfen, ohne dass Du Dich festhalten kannst. Erinnere Dich also außer an Marion Ananda an die Zielübungen beim SEK, die Karatestunden (vor allem das Falltraing) bei Bruce Lee und vergiss nicht, wo das Voltaren-Gel für die Prellungen liegt.

Die Fahrt: Heute dürfen die anderen zeigen, was sie können oder nicht. Bevor ich dran komme, erspart mir eine Nahezu-Flaute allzu energischen Einsatz. Wir fahren vernünftiger Weise mit Motor weiter – auch um den Ausbruch der Skorbut zu vermeiden – ein Geräusch, dass mein Herz erfreut…nahezu ausschließlich meines. Egal. Ich habe sowieso den Eindruck, die romantische Plätscher-Nacht fordert ihren Preis in Form extremer Schläfrigkeit. Vielleicht ist es auch die Seeluft und die relative Kälte: Ich döse den ganzen Tag vor mich hin. Trotzdem macht es Freude. Die Segelbegeisterung will zwar immer noch nicht aufkommen, aber inzwischen kann ich die Faszination verstehen. Ich übe mit und denke mir, dass es nur nützen kann.

Freude machen auch die Gespräche am Abend,. Über Seefahrt, Religion, Familie, Erfahrungen, Begegnungen, kein Smalltalk. Nicht die Spur.

Ich bin hundemüde, obwohl ich eigentlich nichts getan habe, außer Erfahrungen machen und den Blog auf Vorrat weiter zu schreiben, bis wieder Internet verfügbar ist. Das Meer ist ruhig, ich denke es wird eine wellentrommel-freie stille Nacht. Vorher wird aber noch der aktuelle Blogbeitrag als Gute-Nacht Geschichte vorgelesen – wie jeden Abend.

Lutz, der geduidige Lehrer

Gudrun, die gerne lacht

Rudi hält Ausguck, Dietmar steuert

Der 2. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 25. April 2010 von admin
Die Nacht: Irgendwann wird es kalt. Kein Wunder, die Heizung läuft Nachts nicht und es sind draußen vielleicht fünf Grad. Und es ist halb vier morgens. Von der Decke tropft Kondenswasser, leise plätschern die Wellen und ich frage mich, wie ich den nächsten Tag überstehen soll. Halb vier. Wach. Verdammt. Was mache ich hier?

Die Fahrt: Nun, erst mal um sechs aufstehen. Ich bin heute der Smutje, also Duschen – 300 m durch den kalten Morgen zum „Badehaus“ des Hafens und dann Frühstück machen. Ich strecke vorsichtig die Nase aus der Tür. Offensichtlich bin ich der letzte, der aufgewacht ist. Ist ja auch schon spät, nämlich sechs Uhr morgens…

Nun ja, zugeben: der Morgen hat eher was Frisches als etwas Kaltes. Ich meine damit, es ist schon kalt aber auch schön, irgendwie. Sonnenaufgang über den schwankenden Mastspitzen, „Moin!“ in der Massendusche … sagen wir, eine Tendenz zur Besserung ist sichtbar.

Wir starten um viertel nach acht. Es weht ein winziges Windchen und schiebt das Segelwohnmobil träge vor sich hin. In diesem Tempo ist Kolumbus wahrscheinlich nach Amerika gefahren. Ich nehme aber an, er war einerseits von seinen Träumen beseelt und andererseits ständig betrunken. Beides bin ich nicht und finde es recht langweilig. Geht das nicht schneller? Ich meine, wenn ich schon ohne Motor fahren muss, dann wenigsten rascher.

Es geht. Nach dem wir unter der Brücke des Fehmarn-Sunds durch sind, frischt der Wind auf und siehe da, das Boot nimmt Fahrt auf legt sich auf die Seite und es fängt an, Spaß zu machen. Ein wenig erinnert mich das ganze an meine Reitabenteuer: Der Gaul macht was er will, wenn ich ihn lasse und doch geht es nicht um’s Zwingen sondern um das miteinander arbeiten.

So läuftt es dann auch den Rest des Tages: Es bläst im optimalen Bereich, schaukelt, stampft, rollt, ich werde in Ausübung meiner Smutjepflichten in der Kombüsenecke hin und her geschleudert…und das macht mir Spaß. Ich glaube es ja nicht! Die anderen wundern sich, dass mir nicht übel wird. Auch nicht im entferntesten geht es mir anders als gut. Je mehr es krängt und rollt, je lustiger.

Trotzdem: Von den ganzen Manövern verstehe ich nur Bahnhof. Halsen, Wende, Halbwind- oder Raumwindkurs, Kuhwende nein Q-Wende, abfallen, aufschießen. Tut mir leid, soll ich mir das wirklich rein ziehen? Meine Mitfahrer wirken deutlich enthusiastischer. Das lerne ich nie in den paar Tagen. Ich werde den Prüfer angrinsen und sagen, dass ich heute keine Lust habe, geprüft zu werden. Im Ernst, ich brauche den Schein nicht. Ach behaltet doch die Prüfgebühr, geht einen trinken davon. Auf mein Wohl als Motorbootfahrer und gelegentliches Crew-Mitglied beim Segeln. Oder soll ich mich blamieren? Ich bin eh in praktischen Prüfungen grauenhaft schlecht. In der Theorie aber meistens ziemlich gut. Da bin ich ja auch nur mit einem Blatt Papier und nicht mit einem bestimmt übel gelaunten Prüfer konfrontiert.

Wenigstens meine Smutje-Aufgaben habe ich zur allgemeinen und eigenen Zufriedenheit erledigt. Müde bin und überhaupt…doch ganz zufrieden. Vor allem, wenn ich im Hier und Jetzt bin und nicht bei einer Prüfung in sechs Tagen. Die ist noch weit, wenn ich sie machen will.

Hier lasse ich mich jetzt in Kürze in den Schlaf schaukeln, das Meer ist unruhiger als gestern und das Schiff bewegt sich ebenso, wie die Wellen an den Rumpf klatschen. So habe ich noch versucht, zu schlafen….

Vorher muss ich noch meinen heutigen Blogbeitrag den Anderen vorlesen – was ich gerne tue. Hier seien sie auch vorgestellt: Gudrun, Rudi, Dietmar und Lutz, unser Ausbilder. Ich hätte nicht geglaubt, dass es mir das Hausen zu fünft auf engem Raum so leicht fällt….

Ich bin noch skeptisch - aber konzentriert

Navigieren mit GPS und Karte

Blick aus dem Kombüsenfenster - schöner kochen....

Der 1. Tag

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 24. April 2010 von admin
Zwei Uhr war es, als ich heute ins Bett kam und um sechs, als ich wieder heraus fiel. Das war eine kurze Nacht! Auf der Fahrt nach Heiligenhafen bin ich – glaube ich – ein, zweimal ins Traumreich abgeglitten. Gut dass ich nur Beifahrer war….
Der erste Eindruck: In der Tat, ein Segelschiff! Etwa 12 m lang, 3,5 m breit, ein eher sympathisches Familienboot. Glückseeligkeit, als ich mein winziges Kabinchen sehe. Ich finde es toll, für mich allein. Ich schlafe auf dem Dieseltank gleich neben dem Motor. Aus meiner Sicht akzeptable Schlafgefährten. Aber: Das soll eigentlich für zwei Personen sein? Da muss man sich schon mögen. Sehr mögen. Oder einfach hart im Nehmen sein.

Mannschaft: Ein gutes Team. Teilweise kennen wir uns schon ein wenig, teilweise kommt das noch. Fühlt sich aber gut an! Schönes Gefühl, Teil einer Mannschaft zu sein. Einweisung, und es geht los. Strahlende Sonne, saukalt. Wir fahren.

Ich verrate an dieser Stelle ein Geheimnis vorweg: Segeln ist mir schnuppe, es interessiert mich nicht. Und verflixt, als ich das erste mal am Ruder stehe, merke ich, es interessiert sich auch nicht für mich. Ich kapier’s nicht. Was soll der Aufwand, wo es so schöne Motoren gibt… und kälter wird es auch. Inzwischen habe ich zwei Jacken und eine lange Unterhose an und friere immer noch. Die anderen hingegen sind begeistert und frieren nicht. Zu mindestens nicht so wie ich. Das soll ich eine Woche aushalte? ICH WILL SOFORT NACH HAUSE! TAXI! Oder wenigstens ein geheiztes Boot! Das ist mir zu viel Natur, diese Temperatur. Ich bemühe mich, den anderen nicht die Laune zu verderben und es scheint zu gelingen.

Okay, Morgen gebe ich der Sache noch mal ein Chance. Also wehe, Wind, aber wehe warm, wenn ich Dein Freund bleiben soll.

Ach ja, es geht ja eigentlich um den Sport-Küstenschiffer-Schein. Den brauche ich nicht wirklich…weil segeln…und überhaupt habe ich eine andere Vorstellung vom Bootfahren….ach Mann, halt’s Maul und hol Dir noch ein Bier und warte, was Dir morgen in den Sinn kommt. War doch auch geil, hinter dem großen Steuerrad zu stehen, bis Dir die Finger fast taub waren. Gar nicht so schlecht für den Anfang, Du Luxus-Seemann! Warten wir mal morgen ab…

Viele Boote, welches ist unseres? Scheint ein Massensport zu sein...oh je!

Dieses ist es, die Lüderitz, hier im Abendlicht

Rätselhafte Hebel überall

Der Vorabend

Ein Beitrag zum Themengebiet Der Küstenschifferschein, geschrieben am 23. April 2010 von admin

„Schnell noch den Blog fertigmachen“, denke ich, wähle irgendein halbwegs passendes Layout und kontrolliere vor allem noch einmal mein Gepäck. Alles da? Wasserdichte Hose, Brillenband, warme Unterwäsche, Netbook, UMTS-Stick, Fernglas, Notfallmesser….o.k., was fehlt, fehlt.

Wird es warm oder kalt auf der Ostsee Ende April, trocken oder nass? Oder sonnig zum Abwinken? Werde ich seekrank (bin ich noch nie geworden, aber er weiß)?

… ach was soll’s: Ich werde mich frohgemut auf meine einwöchige Ausbildungsfahrt zum Sport-Küstenschiffer-Schein begeben.

Ein Pfadfinder-Experiment: Mit vier Mitfahrern auf einem engen Boot. Segeln, wo es doch so schöne Motoren gibt. Enge, wo ich mich doch eher als bequemen Motorbootfahrer mit Platz darum herum sehe. Wenigstens habe ich meine Minikabine für mich. Ist doch Luxus. Die düstere Stimmung der letzten Tage weicht einer Freude, eine ganze Woche meinem Lieblingselement Wasser so nah sein können. Also los. Bavaria 38 und Heiligenhafen, ich komme.